Von Adlern, leeren Markthallen und dem Spiegelbild in der KI: Gedanken zur TEDxDresden 2026
Francisca Rotter
3/31/20263 min read


Was macht eine Vision zu einem echten „Impact“? Letzten Freitag (27.03.2026) war ich bei der TEDxDresden und habe einen Abend voller Impulse erlebt, die weit über den Tellerrand hinausgingen. Ich saß dort nicht nur als Interimsprojektleiterin, sondern als Mensch, der sich fragt: Wie gestalten wir eine Zukunft, die technologisch brillant, aber menschlich wertvoll bleibt?
Hier sind meine persönlichen „Goldstücke“ des Abends – Gedankenanstöße für euren Alltag.
1. Vertrauen ist kein Zufall, sondern die Basis für das „Unmögliche“
Der Highliner Ruben stand in 600 Metern Höhe auf einem 17 Millimeter breiten Band. Sein Learning: Vertrauen entsteht durch Verstehen. Wer das System versteht, kann loslassen.
Besonders bewegt hat mich seine Geschichte vom Adler: Wenn die ersten drei technischen Ideen scheitern, braucht es das Vertrauen in die „verrückte“ vierte Idee. In seinem Fall brachte ein Adler das Seil auf die andere Seite des Tals.
Impuls für den Alltag: Wann hast du das letzte Mal einer scheinbar absurden Idee vertraut, weil die Standardlösungen am Ende waren? Innovation braucht oft diesen „Adler-Moment“.
2. Dritte Orte: Wir brauchen Räume für Begegnung
Anna Weiß zeichnete ein Bild von italienischen Marktplätzen vs. leeren deutschen Innenstädten. Wir ziehen uns ins Digitale zurück und wundern uns, warum wir uns einsam fühlen.
Impuls für den Alltag: Wir müssen aktiv „Möglichkeiten“ für Begegnungen schaffen. Ein kurzes Telefonat statt einer E-Mail, ein echter Kaffee statt eines schnellen Chats. Begegnung braucht keine Perfektion, nur Raum.
3. Industrieller Pragmatismus: Die Lösung liegt oft schon bereit
Zwei Sprecher, ein gemeinsamer Kern: Dr. Markus Vorrath und Slava Libman. Markus mahnte, nicht auf den „humanoiden Super-Roboter“ zu warten, sondern spezialisierte Lösungen (Purpose-built) zu nutzen. Slava zeigte, wie Technik aus der Halbleiterindustrie die weltweite Wasserknappheit lösen kann.
Impuls für den Alltag: Wir müssen das Rad nicht ständig neu erfinden. Oft liegt die Lösung für ein Problem bereits in einer ganz anderen Branche oder Abteilung bereit. Wir müssen nur lernen, sie zu adaptieren.
4. KI als Spiegel: Wer steuert hier wen?
Die Theologin Prof. Dr. Birte Platow brachte es auf den Punkt: KI ist kein Hammer. Ein Hammer macht nichts mit meiner Identität – KI schon. Sie spiegelt uns unsere eigenen Vorurteile und Gedanken zurück. Wenn wir das Denken an die Maschine delegieren, geben wir unsere Freiheit ab, die Welt zu gestalten.
Impuls für den Alltag: Nutze KI als Sparringspartner, aber bleib der Pilot. Die wichtigste Kompetenz der Zukunft ist nicht das „Bedienen“ von Tools, sondern die eigene Urteilskraft.
5. Die vergessene Stimme: Daten brauchen eine Seele
Martin Wolfien erinnerte uns daran, dass in medizinischen Gremien oft ein Stuhl leer bleibt: der des Patienten. Wir vergraben Bedürfnisse in Papierdokumenten, statt sie direkt in die Auswertung unserer Systeme einfließen zu lassen.
Impuls für den Alltag: Egal ob in der Medizin oder im Job: Beziehen wir die Menschen, um die es geht, wirklich ein? Oder entscheiden wir über sie, statt mit ihnen?
6. Neugier statt Angst
Und dann war da Mandy Auerswald mit ihrer unglaublichen Präsenz (ich nenne sie liebevoll die „Inspirations-Hexe“ mit dem funkelnden Zauberstab). Sie hat uns gezeigt, dass Neugier viel stärker ist als Mut. Mut braucht Überwindung, Neugier will einfach nur wissen: „Was passiert, wenn...?“
Impuls für den Alltag: Wenn das nächste Mal eine Veränderung ansteht und du zögerst: Ersetze die Frage „Schaffe ich das?“ durch „Was kann ich dort entdecken?“.
Mein persönliches Resümee
Der Abend hat mich geerdet. Er hat mir gezeigt, dass wir im Anlagenbau und in der Digitalisierung zwar über Effizienz und Daten reden, am Ende aber immer Lösungen für Menschen bauen.
In meinem Arbeitsalltag nehme ich mir vor, die „richtigen“ Leute früher an den Tisch zu holen, bestehende Technik klüger zu kombinieren und – vor allem – den inneren Kritiker öfter mal durch reine Neugier zu ersetzen.
Was ist dein „Adler-Moment“ für diese Woche? Wo könntest du mit ein bisschen mehr Neugier eine alte Grenze sprengen?
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